We keep riding x Wörthersee Gravel
WE KEEP RIDING
UCI-Punkte sammeln am Wörthersee. Das zweite Saisonrennen bringt das gesamte Team nach Österreich. Ein deutlich schnellerer Kurs als bei „The Hills“ macht es spannend: Wo liegen unsere Stärken, wo unsere Schwächen? 150 Kilometer und 1.700 Höhenmeter stehen auf dem Programm. Straßenabschnitte und schnelle Gravel-Autobahnen lassen vor allem Leons Herz höherschlagen. Kilian ist dicht dran an der Spitze, eine Minute fehlt ihm am Ende zum Podium.
9 Uhr bedeutet am vergangenen Sonntag Startschuss in Österreich am Wörthersee, knapp 20 km von der slowenischen Grenze entfernt. Es hat nicht ganz dafür gereicht, dass Tadej Pogačar am Start steht – er muss Paris–Roubaix fahren. Für alle, die die Gravelszene kennen, ist das Wörthersee Gravel eine feste Hausnummer. So stehen bei Topbedingungen mit trockener Strecke und 20 Grad der Deutsche Meister Paul Voß, das Rose Racing Circle Team und Co. genauso an der Startlinie wie wir.
Nach acht Kilometern preschen die beiden Pushbikers Kilian und Jaro durch den Wald, dicht an der Spitze. In einer Reihe – der Trail lässt es kaum anders zu. Die Gravelszene wächst, so sieht man einige Roadies auf der Strecke, die mit den technischen Herausforderungen zu kämpfen haben: Flaschen verlieren, ihre Linie nicht finden, denn ein Loch zu fahren, während man über Stock und Stein fährt, fällt einigen nicht so leicht wie auf der Straße. Unsere Athleten überzeugen – ihre Berchtesgadener Flaschen sitzen fest im Deda-Flaschenhalter, und so können sie sich über das gesamte Rennen hinweg komplett verpflegen. Wir stehen in den Feedzones und liefern Nachschub.
Top 20. Und Luft nach oben
Beim letzten Anstieg, bevor es wieder Richtung Wörthersee zurückgeht, ist Kilian noch immer dicht dran an der Spitze, bis sich die Ausreißer noch einmal lösen können. Das führt am Ende zu einer Zeitdifferenz von einer Minute, die ihn vom Podium trennt. Wichtige UCI Punkte für die Qualifikation zur Gravel EM und WM hat er Sicht gesichert.
Fünf Minuten danach kommt Jaro ins Ziel. Im Rennen sind sie oft auf Sichtkontakt, können aber nicht zueinander aufschließen. Leon kommt nach 4:37:22 h ins Ziel und lacht: „Langsam gewöhn ich mich an das Material und dieses Graveln.“ Doch er gibt zu, die Straßenabschnitte haben ihm am besten gefallen.
Zum Verschnaufen bleibt für alle Pushbikers wenig Zeit. Das Highlight kommt für die Gravelszene nicht im Juli mit der Tour de France, sondern schon Ende April mit The Traka. Wir stehen in den Disziplinen 200 km und 360 km am Start und freuen uns damit auf eine weitere Belastungsprobe. „Längere und härtere Rennen mag ich sowieso“, sagt Pushbiker Marian, der letztes Jahr schon am Start stand.
NOCH EINE FLASCHE WEGGEWORFEN
AM LETZTEN BERG. GEWICHTSREDUZIERUNG.
„Wie es war? Auf jeden Fall sehr hart. Ich bin recht gut über den ersten Berg gekommen, aber immer wieder so ein Stück von der Spitze weggeflogen. Dann zwei oder drei Mal wieder hingefahren. Ich habe oft eine Gruppe gefunden, die gut harmonisiert hat. Am letzten Berg war der Ofen ein bisschen aus. Aber es war sehr gut!“
(Kilian)
AUA!
„Bis in den ersten Berg war ich ganz vorne mit dabei. Dann ist Kili an mir vorbei zusammen mit Paul Voss. Ich habe überlegt, ob ich mitfahre, aber dann habe ich beschlossen, das lasse ich lieber sein, bevor ich da gleich komplett platzen gehe. Danach war ich in der zweiten Gruppe – am Anfang viel Führung gefahren, weil wir vorkommen wollten, da habe ich mich ein bisschen zu hinreißen lassen. Bis in den letzten Berg rein gut mitgefahren und da wusste ich dann schon, es ist Schicht im Schacht. Alles in allem: Platz 44, ich bin ganz zufrieden.“
(Jaro)
WÖRTHERSEE GRAVEL. 12.04.2026. Pushbikers Race Results Elite: KILIAN KOLLER - P 16 JARO BRÄUNIG - P 44 SARAH UND LAURA KASTENHUBER - P 22 UND 25 LEON ECHTERMANN - P 151 MARIAN REINECK - P 171
FROM LINES TO HORIZONS.
Jetzt heisst es für alle: die Konzentration nach vorne richten – auf THE TRAKA in Girona. Die inoffizielle Gravel-WM, ein Kult-Rennen, bei dem internationale Topfahrer antreten. Zentrales Event der europäischen Gravelszene in Girona.
„Traka ist auf jeden Fall ein echtes Highlight. Bis dorthin sieht mein Plan so aus, dass das kommende Wochenende zwei Straßenrennen bei der Tour de Allgäu fahren werde und in der Woche darauf den Fokus nochmal auf längere Ausfahrten lege, um mich optimal vorzubereiten. „
Kommendes Highligt: The Traka
„Das Rennen am Wörthersee war von Anfang an Knallgas. Unser Material hat gut gehalten, wir hatten keine Platten, keine Defekte. Ich freue mich riesig auf The Trakka – für mich ein absolutes Highlight mit der langen Distanz über 360 km, die ich angreifen werde. Ich glaube, Wörthersee war eine sehr gute Vorbereitung und es war schön, mit den Jungs und Mädels hier gewesen zu sein.“
(Marian)
Photo & Creative Direction
— Paul Bohnert, Ivan Cognata
Soigneur
— Kathi Angermeier, Anderl Hess