Bad Tölz Diary. Part I

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Pushbikers Geschichten aus Bad Tölz: Dieses Jahr haben wir eine Pushbikers WG eingerichtet, die unseren Fahrern offen steht, die nicht aus Bayern kommen. Ziel ist es, alle Fahrer so oft wie möglich beisammen zu haben, ihnen die Möglichkeit zu geben, nicht nur zusammen zu trainieren, sondern zu leben und zu wachsen.

Ein Ansatz, der durch Corona zunächst unmöglich wurde, dann aber endlich doch zustande kam. In unserer neuen Serie lassen wir die Fahrer selbst zu Wort kommen.

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Einleben

Da sich die Saison 2020 anders gestalten wird, war spätestens nach der Heimkehr aus dem Saisonauftakt in Griechenland klar. Aufgrund fehlender Chancen, sich bei Wettbewerben auf dem Rad zu messen, steht dieses Jahr ganz klar unter dem Stern, neue Dinge auszuprobieren. Und zusätzlich gewonnene Zeit anders zu verbringen.

Wie gelegen kam es mir dann, als klar wurde, dass die Wohnungen, welche uns das Team für die Radrennsaison bereitgestellt hätte, trotzdem beziehbar waren. Die Chance, mal ein ganz anderes Umfeld auf dem Rad und abseits zu erkunden, bietet sich nicht alle Tage – dementsprechend schnell war ich dann auch hier!

Bad Tölz, in welcher Stadt die Teamwohnungen zuhause sind, ist jetzt auch die Stadt, in der ich zuhause bin. Ein Zuhause, das ich mir teile mit meinen Teamkollegen Mikà Heming (ursprünglich aus Stadtlohn) und Leon Echtermann aus Wiesbaden, wobei anfangs noch nicht ganz klar war wer noch wann und wie dazu kommt.

Persönlich bin ich aber auch gerne mal alleine was sich hierbei von Vorteil erwiesen hat. Ich konnte die Zeit gut nutzen und bin vorwiegend größere Runden durch das bayrische Oberland gefahren. Zurecht kam ich zwar schnell, bei den ganzen Seen, Ham’s, Kam’s oder Zell’s kann es einem als Neuling jedoch schnell mal passieren ein wenig den Kopf zu verlieren. Durch das eingebunden sein im arbeiten im Pushbikers Shop in Holzkirchen, meinen längeren Touren auf dem Rad und dem obligatorischem Sightseeing in Bad Tölz hab ich mich jedoch ziemlich schnell hier eingelebt und muss sagen das es mich auch nicht unbedingt wieder nach Hause zurückzieht. Vorerst zumindest!

Ungefähr eine Woche nach mir erreichte dann auch schon Mika sein neues Domizil – Bad Tölz, genauer gesagt die Wohnung über mir.

Erleben (gemeinsam)

Mein Teamkollege Mikà, vor den Pushbikers mir unbekannt, jetzt ein guter Freund, brachte bei seiner Ankunft erst einmal die Sonne mit (die vorher mehr oder weniger verborgen geblieben war).
Trainingstechnisch hatte sich die folgenden Tage bei mir nicht viel geändert, außer eben dass ich jetzt zusammen mit Mikà die bayerische Flora und Fauna erkundete und dementsprechend auch von meiner neu gewonnenen Ortskenntnis Gebrauch machen konnte. Die ersten gemeinsamen Tage konnten leider nicht zu 100 Prozent ausgenutzt werden da ich nebenbei noch mit dem lernen für die Uniprüfungen beschäftigt war, insofern beschränkte sich unser miteinander auf gemeinsames trainieren, Eis essen nach dem Training und wann sonst es das Gemüt erlaubte, ganz wichtig aber, eine schnelle, gemeinsame Calzone von San Giorgio, verzehrt natürlich im Abendlicht direkt an der Isar. Pünktlich zum schreiben der letzten Prüfung haben endlich auch wieder die Grenzen aufgemacht. Für uns natürlich wichtig: Österreich. Abgesehen von neuen, größeren Touren ins Nachbarland bot sich auch hiermit endlich die Gelegenheit, größer angelegte Ausflüge durchzuführen. Ein Highlight hier war sicherlich eine Wanderung im Karwendelgebirge. Mikà und ich, ausgestattet wie zwei Vollprofis unter den Touristen, haben uns dann auch nicht lumpen lassen. Die erste gemeinsame Wanderung, für ihn die 2. in seinem Leben überhaupt, hat uns dann auch schon ganz schön Körner gekostet. 6 Stunden wandern, immer wieder bangen, ob ein Gewitter aufkommt, die dazugehörigen schmalen, felsigen Pfade und Höhenmeter trugen gut dazu bei, dass wir ziemlich geschafft waren am Ende. Gelohnt hat es sich allerdings alle Mal!

Die gemeinsame Liste mit Dingen, die es hier noch zu erkunden gibt, ist groß. Dennoch kann ich sagen, der Schritt wieder zurück in ein deutsches Radsportteam, genauer, in das bayreischen Oberland, hat sich mehr als gelohnt. Die Möglichkeiten, die sich mir hier abseits des – normalerweise vollen – Rennkalender bieten, und die Chance, eine neue Umgebung so intensiv zu erkunden und zu erleben, sind Erfahrungen, die ich womöglich in einer regulären Saison nicht hätte machen können. Insofern: alles hat seine guten und schlechten Seiten, Oberbayern und Bad Tölz sind die guten!

Liebe Grüße aus Bayern
Laurin

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