„Der Radsport braucht Chancen und Talentschmieden“

Daniel Auer, 24,

 

fuhr 2018 für die WSA Pushbikers und in den Jahren davor für die österreichischen Teams Felbermayr-Simplon Wels und WSA-Greenlife. Zu seinen größten Erfolgen zählen der 2. Platz bei einer Etappe der Österreichrundfahrt 2016 (Kat. 2.1) sowie die Siege beim Grand Prix Kranj (Kat. 1.2) und bei Rund um den Dom in Aachen 2018.

Er ist Frühaufsteher, braucht viel Schlaf und Essen als persönliches Renn-Ritual und kann Pessimisten und negative Einstellungen nicht leiden.

 

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Was ändert sich im Vergleich zum letzten Jahr?

2018 gab es zwei Teams: das UCI Continental Straßenteam WSA Pushbikers und das UCI Track Team Maloja Pushbikers. Ich selbst bin für die WSA Pushbikers gefahren, die zuvor mehrere Jahre als Team WSA Greenlife unterwegs waren. Die Kooperation mit den Pushbikers war für die Fahrer und auch das Betreuerteam noch sehr neu und wir wussten noch nicht so gut, was auf uns zukommt und wo die Prioritäten liegen.

Dieses Jahr fahren Straßen- und Bahnfahrer unter dem gemeinsamen Namen Maloja Pushbikers. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Team in seiner Gesamtheit noch professioneller aufzustellen und zu etablieren. Wir haben 2019 außerdem einen sehr schlagkräftigen Kader, der z. T. auch aus vergangen Jahren und vorherigen Team-Erfahrungen bereits eingespielt ist. Auf dieses gegenseitige Vertrauen müssen wir aufbauen.

Was macht dieses Team Deiner Meinung nach aus, was ist besonders an den Maloja Pushbikers?

Bei den Maloja Pushbikers herrscht so gut wie immer gute Laune. Wir haben Spaß, auch wenn es auf dem Rad nicht immer nach Plan läuft – denn das gehört eben dazu. Es kann nicht immer alles perfekt laufen, deshalb stehen bei uns die Leidenschaft und die Freude am Sport im Vordergrund. Das macht uns denke ich aus. So freut man sich über Erfolge umso mehr und weiß sie dann auch zu schätzen.

Was wird eure größte Aufgabe sein im Jahr 2019?

Im Team ist es wichtig, dass alle Fahrer in dieselbe Richtung lenken und gemeinsam an einem Strang ziehen. Das ist in meinen Augen auch das primäre Ziel, dass wir als Einheit stark auftreten und zusammenhalten, denn jeder Fahrer kann nur dann sein volles Potenzial ausschöpfen, wenn er ein Team hat, das voll und ganz hinter ihm steht und ihn unterstützt.
Denn wenn ich als Rennfahrer etwas gelernt habe, dann das: Wenn man bereit ist, sich für jemanden hundertprozentig aufzuopfern, wird es einem gedankt. Und früher oder später wird man es doppelt und dreifach zurückbekommen.

Was sind die sportlichen Highlights des Jahres? Was strebt ihr an?

Mit der Tour de la Provence, UCI Kategorie 2.1, hatten wir Mitte Februar bereits ein erstes großes Highlight, vielleicht die Rundfahrt mit der besten Besetzung des ganzen Jahres. Neben Sky, Trek-Segafredo, Astana und weiteren großen World Tour Teams waren wir als einziges deutschsprachiges Team am Start. Wir wollten uns gut präsentieren – und sind mit Platz 14, 15 und 17 für Johannes Schinnagel, Lukas Schlemmer und Felix Ritzinger in der Youth Classification sowie Platz 66 im GC für Johannes Schinnagel zurückgekommen. Es war kein Zuckerschlecken, aber gleich ein Motivations-Kick zu Beginn der Saison!

Die Österreich Rundfahrt ist auf keinen Fall wegzudenken – selbst als Sprinter quält man sich bei der heimischen Landesrundfahrt gerne durch die Berge.

Wo sind Gemeinsamkeiten unter den Fahrern?

Das ist nicht schwer zu beantworten: Wir alle haben eine spezielle Leidenschaft für den Radsport! Und den Kampfgeist, um besser und stärker zu werden. Aus diesem Grund bestreiten wir gemeinsam Rennen und es ist immer etwas Besonderes, wenn sich eine Truppe aus ehrgeizigen und motivierten Fahrern für ein gemeinsames Ziel zusammenschließt.

Kannst Du für uns einmal einen Blick auf Deine Fahrerkollegen werfen?

Von 2018 sind Jodok Salzmann, Hans-Jörg Leopold, Felix Ritzinger, Stefan Kolb und Helmut Trettwer erneut dabei. Hans-Jörg ist der Älteste der Riege, aber er wird jedes Jahr besser und dünner. Er ist routiniert und für uns gerade am Berg sehr wichtig. Jodok war früher Mountainbiker, hat sich auf dem Rennrad zu einem richtig guten Allrounder entwickelt, der besonders in Ausreißergruppen seine Qualitäten zeigt. Felix ist ein guter Zeitfahrer und einer der schnellsten österreichischen Bahnradfahrer – ein Riese und Aerodynamik-Experte, er könnte in diesem Jahr einige Rekorde brechen. Stefan ist Rouleur, ihn möchte man auf langen flachen Straßen nicht als Gegner haben. Helmut ist wahrscheinlich der verrückteste Radfahrer, den ich kenne – er kennt nur Vollgas von Anfang bis Ende und kann sich dabei endlos für das Team aufopfern.

Und wie sieht es mit deinen neuen Teamkollegen aus?

Wir haben drei richtig junge Burschen im Team: Bastian Frick, Valentin Götzinger und Kilian Rietzler. Bastian ist den Pushbikers und dem Heimatverein RSV Irschenberg schon seit der Kindheit verbunden, wurde 2014 bereits Deutscher Meister auf der Bahn und auf der Straße. Mit ihm hält ein Fahrer aus dem eigenen Nachwuchs in das Profiteam Einzug – das Pushbikers Konzept, junge Fahrer langfristig zu begeistern und zu fördern, geht also auf.

Valentin ist ein leidenschaftlicher Straßen- und Bahnfahrer mit ziemlich schnellen Sprinterbeinen. Kilian kann auf gute Ergebnisse im Einzelzeitfahren verweisen und ist ebenso bahnaffin.

Johannes Schinnagel fuhr 2018 mit dem Tirol Cycling Team ebenfalls das Mannschaftszeitfahren bei der WM Innsbruck und war bereits Stagaire bei Bora Hans Grohe. Lukas Schlemmer hat wie ich den Fokus beim Sprint; einer seiner größten Erfolge war sicherlich der 2. Platz beim Prolog der Österreichrundfahrt 2016. Yannick Achterberg ist ein skinny dude, er unterstützt unsere Bergfahrer-Sektion.

Was ist Deine Vision für dieses Team?

Wie die Pushbikers Bahn- und Straßenradsport vereinen, ist bereits traumhaft. Was speziell das Straßenteam betrifft, ist die Vision, den Nachwuchs ideal zu fördern und zu fordern. Denn das ist es, was der Radsport im deutschsprachigen Raum braucht: Chancen und Talentschmieden.

 

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