Ground Control to Major Kalle

 

Hallo Marcel, wie sieht Dein neuer Alltag nach dem Radsport aus?

Meine Alltag ist straff geplant. Der Dienstplan der Polizei lässt mir wenig Möglichkeiten für Freizeit. Ich verlasse in der Woche die Wohnung um 06:20 Uhr, der Unterricht beginnt um 07:45 und Dienstschluss ist oft um 15:30 Uhr. Natürlich gibt es auch mal Tage, an denen ich erst später da sein muss oder etwas früher gehen kann, dennoch möchte die Polizei, dass ich in dieser Zeit „lerne“ .Wenn ich dann zuhause bin, so gegen halb fünf, hole ich meistens für ca. eine Stunde Luft und begebe mich dann ins Fitnessstudio. Diese Ablenkung benötige ich. Ohne Sport läuft bei mir gar nichts … Nach dem Training versuche ich  noch zu lernen, bis ich gänzlich keine Lust mehr habe.

 

Was vermisst Du aus deiner Zeit als Radrennfahrer am meisten?

Was ich meisten vermisse ist das Ausschlafen. Ich habe kein Problem damit, um sechs Uhr aufzustehen, dennoch ist es schöner, länger zu schlafen – vor allem in den kalten Wintermonaten!

 

Du warst bei den Berliner Six Day im Januar erstmals als Besucher und nicht als Akteur auf der Bahn. Wie hat sich das angefühlt? Was ist dir aufgefallen?

Ja, dass stimmt. Es war mein erstes Mail in Berlin, als Zuschauer, nach meiner aktiven Zeit. Vorher war ich schon in Bremen als Zuschauer zu Gast. Es fühlt sich komisch an, nicht selbst auf die Bahn zu müssen. Dennoch bin ich froh, alles auch mal aus der Perspektive des Zuschauers zu sehen. In Berlin fehlt mir persönlich die Ehrenrunde der Sieger. Da wird mir zu wenig das Publikum mit ins Boot geholt. 6 Days ist nicht nur Sport. Bei den Sechstagerennen hat der Zuschauer die Möglichkeit, eine Interaktion mit den Sportlern  zu führen. Das wurde dem Sportler und dem Zuschauer in Berlin gänzlich genommen. Was ich besser finde, sind die kürzeren Rennen. Das macht es auch für den Zuschauer interessanter. Wobei es das Scratch Rennen gibt, das für meinen Geschmack zu lang ist. Das sieht nicht nur langweilig aus, es ist auch langweilig. Ein 3km Scratch Rennen wäre angemessen und ausreichend, dann wäre Spannung auf der Bahn garantiert.

 

 

Werden wir dich dieses Jahr bei dem ein oder anderen Rennen nochmal antreffen?
Wenn sich die Pushbiker hier in Berlin oder Umgebung blicken lassen, werde ich sicherlich dabei sein. Ich würde mich freuen, die Fahrer z.B. beim Rollbergrennen zu sehen.

 

Und die letzte Frage: wie oft steigst du noch aufs Rad?
Ganz ehrlich? Seit dem ich mich der Polizei angeschlossen habe, saß ich vier mal auf dem Rad. Die weiteste Strecke betrug vierzig Kilometer. Ist aber auch dem Wetter geschuldet. Wenn das Wetter schöner wird, dann werde ich sicher auch wieder öfter fahren.

 

Danke Dir, Kalle, und weiterhin alles Gute!

 

 


 

Foto: Drew Kaplan Photography / Niculin Pitsch / Michael Müller / Zuperdehlie.

 


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